Barbaramahl 2014

Gemeinde St.Barbara - Mülheim an der Ruhr

BARBARA
ein szenisches Oratorium

Hagiographische Überlieferung (zu Akt 1 und 2)

Wie in der Legenda aurea überliefert wird,[4][5] war Barbara eine sehr schöne und kluge junge Frau, so dass viele Männer aus Nikomedia um ihre Hand anhielten. Barbara jedoch wies die Verehrer zurück. Die junge Frau besuchte eine Gruppe junger Christen, die sich trotz der Christenverfolgung durch den Kaiser heimlich trafen. Barbara lernte dort das Evangelium kennen und kam zu der Erkenntnis, dass sie Christin werden wollte.
Barbaras Vater versuchte sie von der Außenwelt abzuschirmen und sperrte sie in einen eigens dafür gebauten Turm (nach manchen Versionen aus Eifersucht, nach anderen Erzählungen sollte Barbara mit einem Jüngling des kaiserlichen Hofes verheiratet werden). Hauptgrund für das Einsperren des Mädchens war der verzweifelte Versuch des Vaters, Barbaras Hinwendung zum Christentum zu verhindern.
In der Abgeschiedenheit ihres Gefängnisses bekannte Barbara sich gegen den Willen des Vaters zum Christentum. Der Vater versuchte, sie mit Marterungen und Peinigungen umzustimmen, doch dies bestärkte sie noch in ihrem Glauben. Dem Turm (einer anderen Legende zufolge dem angrenzenden Badehaus) ließ sie ein drittes Fenster hinzufügen – als Symbol der Dreifaltigkeit. Vom Heiligen Geist erleuchtet, ließ sich Barbara in einem heidnischen Opferbecken taufen. Als ihr Vater davon erfuhr, beschloss er, seine Tochter zu töten. Barbara konnte in einen Felsspalt fliehen, der sich wie durch ein Wunder vor ihr öffnete. Sie wurde dennoch von einem Hirten verraten. Dieser wurde von Gott in einen Stein (nach einer anderen Legende in einen Mistkäfer) verwandelt, seine Schafe in Heuschrecken oder Käfer.
Dioscuros fand seine Tochter, schlug sie und brachte sie zum römischen Statthalter Marcianus, der sie zum Tode verurteilte. In der Stadt wurde sie schließlich so grausam misshandelt, dass ihre Haut am Ende in Fetzen vom Körper hing. In der Gefängniszelle erschien ihr Christus und heilte ihre Wunden. Der erbitterte Statthalter ließ sie in der Öffentlichkeit mit Keulen schlagen, die Brüste abschneiden und mit Fackeln foltern. Vor ihrem Tod betete Barbara, daraufhin erschien ein Engel und hüllte sie in ein schneeweiß leuchtendes Gewand. Letztendlich enthauptete der grausame Vater seine Tochter selbst. Er wurde kurz darauf vom Blitz getroffen und verbrannte, was sich der Legende nach im Jahr 306 unter Kaiser Maximinus Daia zutrug.

 

Formale Hinweise

Da es sich um ein Oratorium handelt, gibt es kaum Dialoge.
Der 1. und 2. Akt spielen Ende des 2. Jahrhunderts zur Zeit der Christenverfolgung,
der 3. und 4. Akt in unseren Tagen in der Zeit der Fliehenden, Asylsuchenden und der Integration
Die „Monologe“ der Sängerinnen und Sänger kommunizieren mit den Kulissen bzw. Szenen, den Bildern und Videos, und den Statisten, in die sie eingebettet sind.

Das Libretto vermeidet Reime (mit Ausnahme des 3. Aktes und seiner RAP-Texte), damit die einzelnen Gesänge nicht zu Liedern werden. Dennoch bieten die Texte eine klare strophische Struktur mit Kehrversen bzw. Refrainelementen.
Sprachtechnisch orientieren sich die einzelnen Texte an einem immanenten Silbenrhythmus.

In den ersten beiden Akten haben alle Gesänge die exakt gleiche Form, die durch entsprechende Komposition verdichtet bzw. aufgelöst werden kann. Vielleicht hilft dies, zu einem Stil zu finden.

Im der szenischen Darbietung des Oratoriums sollten die gesungenen Texte auch zugleich geschauspielert werden.


BARBARA
ein szenisches Oratorium in 4 Akten

1. Akt: Barbara wird Christin
im Tempel (Vater + Barbara), im Turm (Barbara), im Keller (Ältester + Barbara)
2. Akt: Barbara wird Märtyrin
am Sterbebett (Ältester + Barbara) , Enthauptung (Vater + Barbara)
3. Akt: Barbara heute

4. Akt: Barbara morgen